Gründen mit 50? Ja, warum denn nicht?

Gründen mit 50

Hast Du auch schon mal gedacht: Bin ich nicht zu alt, um noch einmal neu anzufangen? Die Kinder sind groß und aus dem Haus. Und jetzt? Ein Töpferkurs (nichts gegen Töpfern!) oder mit dem Wohnmobil durch Europa (auch eine schöne Idee, aber….) Vielleicht spürst Du vielleicht dieses leise Ziehen im Bauch. Oder dein Brotjob langweiligt dich mehr und mehr. Da geht doch noch was. 

Und ich sage Dir ganz klar: Ja. Da geht noch richtig viel.

Gründen mit 50 ist keine verrückte Idee. Es ist eine mutige Idee. Und oft sogar eine kluge Entscheidung. Gerade für Frauen, die viel erlebt, getragen, organisiert und durchgestanden haben. Beruf, Familie, Wechseljahre, Pflege der Eltern, Beziehungen, Umbrüche. Du hast mehr Kompetenzen gesammelt, als jeder Karriere Coach es je lehren könnte.

Dieser Artikel ist also für Dich.

Lass uns gemeinsam hinschauen, warum Gründen mit 50 genau jetzt eine großartige Idee sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Warum Gründen mit 50 eine echte Chance ist

Mit 25 gründest Du aus Energie.
Mit 35 aus Ehrgeiz.
Mit 50 aus Klarheit.

Und genau das ist Dein Vorteil.

Studien zeigen, dass ältere Gründerinnen und Gründer besonders erfolgreich sind. Eine viel zitierte Untersuchung des MIT aus dem Jahr 2018 belegt, dass das Durchschnittsalter erfolgreicher Gründerinnen und Gründer bei 45 Jahren liegt. Die Wahrscheinlichkeit, ein wachstumsstarkes Unternehmen aufzubauen, ist mit zunehmendem Alter sogar höher als mit 20.

Gründen mit 50 bedeutet also nicht, gegen die Statistik zu arbeiten. Sondern mit ihr.

Warum? Weil Du mitbringst:

  1. Erfahrung
  2. Netzwerke
  3. Menschenkenntnis
  4. Realismus
  5. Durchhaltevermögen

Und vor allem eines: Lebenserfahrung und Lebensklugheit (Gibt es das Wort überhaupt?)

Die Wechseljahre als Wendepunkt

Angst vor dem Älterwerden? Gründen mit 50 als Gegenbewegung

Viele von uns Frauen erleben die Wechseljahre wie einen Sturm. Wir nehmen vieles nichts mehr so hin, aber entwickeln andererseits eine gewisse Gelassenheit. 

Doch genau hier liegt eine riesige Kraft.  

Laut einer großen internationalen Analyse in der Fachzeitschrift The Lancet aus dem Jahr 2021 betreffen Wechseljahresbeschwerden Millionen Frauen weltweit, werden aber gesellschaftlich immer noch unterschätzt. 

Das sollten wir ausnutzen! 

Psychologie und Selbstständigkeit ab 50

Altern wird in unserer Gesellschaft immer noch mit Verlust verbunden. Jugendkult, Schönheitsdruck, Anti Aging-Industrie.

Doch Altern bedeutet auch:

Mehr Selbstbewusstsein
Weniger Anpassung
Mehr Klarheit
Weniger Geduld für Unsinn (eines meiner Lieblingsfeatures!)

Psychologische Forschung der letzten Jahre zeigt, dass wir mit dem Alter emotional stabiler werden, so um Beispiel eine Studie aus dem Jahr 2011

Das heißt: Auch Du bist heute wahrscheinlich emotional stabiler als mit 30.

Gründen mit 50 geschieht also nicht aus jugendlicher Selbstüberschätzung, sondern aus reifer Selbstkenntnis und dem Wunsch nach mehr. 

Warum gerade Frauen ab 50 ideale Gründerinnen sind

Du hast wahrscheinlich:

Konflikte moderiert
Budgets verwaltet
Kinder großgezogen
Krisen gemeistert
Parallel zig Aufgaben jongliert

Und Du willst mir sagen, Du könntest kein Unternehmen führen?

Gründen mit 50 heißt oft, endlich das sichtbar zu machen, was Du jahrzehntelang unsichtbar geleistet hast.

Zudem wächst der Markt für Angebote von Frauen für Frauen 50 plus rasant: Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung, Stilberatung,  berufliche Neuorientierung, Mentoring, um nur ein paar der möglichen Tätigkeitsfelder zu nennen.

Du kennst die Zielgruppe, denn Du bist die Zielgruppe.

Authentischer geht es ja wohl nicht.

Ausrede Zeitmangel?

Du hast wenig Zeit für Entspannung. Vielleicht bist Du beruflich eingespannt. Vielleicht kümmerst Du Dich um Angehörige. Vielleicht bist Du einfach erschöpft.

Dann ist Gründen mit 50 kein zusätzlicher Stressfaktor. Sondern kann eine Neuorganisation Deines Lebens sein.

Selbstständigkeit ermöglicht:

Flexible Arbeitszeiten
Homeoffice
Teilzeitmodelle
Projektbasiertes Arbeiten

Eine Studie aus dem Jahr 2020 im International Journal of Environmental Research and Public Health zeigt, dass höhere Autonomie im Beruf mit geringerer Stressbelastung und besserem Wohlbefinden zusammenhängt.

Autonomie ist ein zentrales Element beim Gründen mit 50, denn 

Du bestimmst, Du priorisierst und Du sagst auch mal Nein. Und das ist so wohltuend. 

Finanzielle Sicherheit: Risiko oder Chance?

Natürlich ist da die Angst vor finanzieller Unsicherheit.

Deshalb ein realistischer Blick:

Gründen mit 50 muss kein Sprung ins kalte Wasser sein. Du kannst wunderbar im Übergang gründen: in Teilzeit, nebenberuflich starten oder Förderprogramme nutzen.

In Deutschland gibt es eine Reihe von Programmen speziell für Gründerinnen, etwa über die KfW oder regionale Wirtschaftsförderungen.

Mit 50 hast Du häufig ein finanzielles Polster, das Jüngere nicht haben. Gleichzeitig weißt Du genauer, was Du brauchst. Das reduziert unnötige Risiken.

Die innere Blockade überwinden

Die größte Hürde beim Gründen mit 50 sitzt selten im Außen. Sondern im Kopf.

Gedanken wie:

Ich bin nicht technikaffin genug
Ich bin nicht sichtbar genug
Ich bin nicht mehr attraktiv genug
Ich bin zu alt für Social Media

Stopp.

Lernen endet nicht mit 50. Neurowissenschaftliche Forschung der letzten Jahre zeigt klar, dass das Gehirn bis ins hohe Alter lernfähig bleibt. Neuroplastizität ist keine Eigenschaft der Jugend. Sie begleitet uns lebenslang.

Du kannst lernen. Du darfst lernen. Und Du wirst überrascht sein, wie schnell Du Neues integrierst, wenn es Dich wirklich interessiert.

Sinn statt Status

Mit 25 wolltest Du vielleicht Karriere. Mit 50 willst Du vielleicht Sinn.

Und genau deshalb ist Gründen mit 50 so kraftvoll.

Du fragst Dich:

Was erfüllt mich wirklich?
Was möchte ich weitergeben?
Was soll bleiben, wenn ich einmal nicht mehr arbeite?

Diese Fragen stellen sich viele Menschen erst sehr spät. Du stellst sie jetzt. Das ist ein Geschenk.

Praktische erste Schritte

Wenn Dich der Gedanke an Gründen mit 50 reizt, dann starte nicht mit einem Businessplan. Starte mit Dir.

  1. Was kannst Du richtig gut?

  2. Wobei fragen andere Dich um Rat?

  3. Welches Problem möchtest Du lösen?

Dann:

Sprich mit drei Menschen über Deine Idee
Informiere Dich über Fördermöglichkeiten
Teste Dein Angebot im kleinen Rahmen
Baue Dir ein Netzwerk auf

Du musst nicht alles sofort wissen. Du musst nur anfangen*. (Buchtipp zum Thema).

Fazit: Gründen mit 50 ist kein Notfallplan

Es ist kein verzweifelter Versuch, jung zu bleiben.
Es ist kein Beweis, dass Du noch gebraucht werden willst.

Gründen mit 50 ist eine bewusste Entscheidung für Selbstbestimmung.

Du bist nicht am Ende Deiner Möglichkeiten.
Du bist am Anfang einer neuen Phase.

Und vielleicht ist genau jetzt der perfekte Moment, die Frau zu werden, die Du mit 30 schon sein wolltest.

Also: Gründen mit 50?

Warum denn bitte nicht!?

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